Die Wirkung von Extasy

ExtasyWirkung

Meistens werden Extasy Pillen oral eingenommen, jedoch kann man sie auch als Pulver nasal einnehmen. Die Wirkung der Droge setzt ca. nach 20 bis 60 Minuten ein und hält zwei bis fünf Stunden an. Es kommt darauf an, was für ein Wirkstoff die Pille enthält und wie viel reines MDMA in der Droge wirklich enthalten ist. Die Wirkdauer ist abhängig von der Dosierung, der Einnahmeform und persönlichen Faktoren wie Körpergewicht, Geschlecht oder vorherige Nahrungsaufnahme. Etwa 20 bis 60 Minuten, nachdem MDMA oder andere Amphetaminderivate eingenommen wurden, machen sich erste Effekte wie Kribbeln im ganzen Körper, ein steifes Gefühl in den Armen, trockener Mund, geweitete Pupillen und ein schnellerer Herzschlag bemerkbar und es kann zu einer verstärkten Atmung kommen. Manchmal kommt es zu einem Gefühl der Beklommenheit und Übelkeit, zu Kieferverspannungen und zu Zähneknirschen.

Wenn sich der Kreislauf nach einer gewissen Zeit auf die E-Wirkung eingestellt hat, treten die psychischen Wirkungen von Extasy in den Vordergrund. Positive wie negative Gefühle werden stärker und klarer wahrgenommen, Hemmungen werden schwächer, emotionale Nähe und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit stellt sich ein. Dadurch wird die Sympathie anderen Menschen gegenüber verstärkt und die Kommunikation gestaltet sich offener und herzlicher. Dies kommt vor allem bei gemeinsam zelebrierten Ritualen, wie zum Beispiel beim ekstatischen Tanzen, zur Geltung, sodass ein Gemeinschaftsgefühl entstehen kann. Häufig wird von Euphorie, Glückseligkeit, trance-ähnlichen Zuständen und dem Wunsch nach Nähe und vertrauten Gesprächen berichtet. Entspannung, Glück und Wärme, ein Gefühl von innerem Frieden, seelische Ausgeglichenheit und ein gesteigertes Selbstwertgefühl können ebenfalls eine Wirkung der Partydroge sein. Es kann zu einer Intensivierung der Körperwahrnehmung und einem stärkeren Empfinden von Musik kommen. Wie gut und intensiv eigene Gefühle und Gedanken wahrgenommen werden (entaktogene Wirkung), einfühlende Zustände (empathische Wirkung) sowie halluzinogene und körperaktivierende Effekte auftreten, hängt auch von der Art der konsumierten Substanz ab: MDMA hat eine stark empathische und eine mittlere entaktogene Wirkung.

Grundsätzlich gilt aber, je häufiger der Konsum, desto stärker werden auch die unerwünschten Wirkungen, während die erhofften Wirk-Zustände abnehmen. Zu negativen Effekten kommt es vor allem bei Dosierungen von über 1,5mg / kg Körpergewicht, also etwa 90mg bei einer 60kg schweren Person. Bei Dosierungen in dieser Höhe treten aufgrund einer vermehrten Aktivierung des dopaminergen Systems im Gehirn antriebssteigernde, speed-ähnliche Effekte in den Mittelpunkt, Klarheit und Empathie verschwinden. Durch die Unterdrückung von Müdigkeit und Durst und durch die direkte Wirkung auf die Temperaturregulation im Gehirn kann es bei langem, pausenlosen Tanzen zu gefährlichen Erhöhungen der Körpertemperatur bis hin zum Kollaps kommen. Zu den negativen Effekten zählen weiter Kieferkrämpfe, Muskelzittern, Übelkeit, Brechreiz und erhöhter Blutdruck. Herz, Leber und Nieren werden besonders stark belastet. Der Konsum von Extasy kann auch zu großer Ängstlichkeit, Schreckensvisionen und Orientierungsschwierigkeiten führen. Extasy belastet Körper und Psyche. Bei Herzproblemen, Bluthochdruck, Blutarmut, Schilddrüsenerkrankungen, Leber- oder Nierenschädigungen, Hepatitis, Epilepsie, Diabetes und Schwangerschaft sollte Extasy auf keinen Fall konsumiert werden. Bei psychischen Problemen, Unruhe oder der Einnahme von Antidepressiva sollte man auf den Konsum ebenso verzichten.

Grundsätzlich gilt: wer sich körperlich oder psychisch nicht gut fühlt, sollte Ecstasy auf alle Fälle meiden. Extasy wirkt entaktogen, das heißt, es verstärkt die innere Empfindung und Wahrnehmung ohne eigentliche Veränderung der Signale und Reize. 

Extasy

Abbau und Nachweiszeit

Extasy

Nach drei bis fünf Stunden klingt die Wirkung der Droge langsam wieder ab. Der E-Film ist jetzt zu Ende und man sollte das einfach akzeptieren und nicht "nachlegen". Die Serotoninspeicher sind jetzt weitgehend geleert und müssen erst wieder langsam gefüllt werden. Nun muss der Körper das Extasy abbauen. Der größte Teil wird in der Leber entgiftet und als Säure im Urin ausgeschieden, ein kleiner Teil erreicht nur das Gehirn. MDMA wird im Körper meist in das besser nachweisbare MDA abgebaut. Nach enzymatischem Abbau in der Leber werden die Ecstasy Wirkstoffe als Säure im Urin ausgeschieden. Durch die noch nicht als Standard-Schnelltest geeignete Gaschromatograpie (Urin wird gasförmig erhitzt, mit einem Trägergas vermischt, mehrfach gespült und mittels eines Detektors geprüft) kann Extasy meist drei bis vier Tage nach dem Konsum nachgewiesen werden. Mittels Haaranalysen kann Extasy noch bis zu 90 Tage nach der letzten Einnahme nachgewiesen werden.

Langzeitfolgen von Extasy

Extasy

Es ist offensichtlich, dass häufiger Drogenkonsum Langzeitfolgen hat. Auch Extasy hat viele negative Folgen, die ich im folgenden Text erläutern werde. Nach langandauerndem Konsum von MDMA bzw. dessen chemischen Verwandten stellt sich bei einem Großteil der Konsumenten eine Versteifung der Gesichtsmuskeln (Kieferklemme), in Szenekreisen auch “Gesichtsgulasch” genannt, ein. Neben diesen Angriffen auf das Muskelgewebe sind eine permanente Pulsbeschleunigung, Blutdruckabfall und Temperaturwallungen zu beobachten.

Eine Schädigung der Organe ist in den meisten Fällen nicht auzuschließen:

  • Leberentzündung
  • Leberversagen
  • Störung der Herzfunktion und Herzversagen
  • Hirninfarkte
  • Schlaganfälle
  • Nierenversagen
  • Hirnschäden

Physische Folgen können Unsicherheit, Ängstlichkeit, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Erschöpfung und länger anhaltende depressive Verstimmungen sein. Durch die massive Ausschüttung von Serotonin und den langsamen Wiederaufbau dieses Neurotransmitters werden bei regelmäßigem Konsum von Ecstasy die gewünschten Wirkungen immer geringer. Eine Dosiserhöhung führt zu noch stärkeren negativen Folgen, ohne dass sich die gesuchte Wirkung einstellt. Magenprobleme können ebenfalls eine Folge sein, so wie eine Veränderung des Menstruationszyklus bei Frauen. Nach Absetzen der Substanz kann es einige Monate dauern, bis der Serotoninvorrat des Körpers wieder auf dem ursprünglichen Niveau ist. Zur Zeit wird wissenschaftlich intensiv darüber diskutiert, ob der Konsum von Extasy zu einer Veränderung des Serotonin-Systems im Gehirn führt. Auch wenn es noch keine endgültigen Erkenntnisse gibt, dürfte es vor allem bei wiederholt hohen Dosierungen und nach zu kurzen Pausen vor einer abermaligen Einnahme zu bleibenden Störungen im Gehirn kommen. Durch längeren Gebrauch kann es zu Störungen des (Kurzzeit)Gedächtnisses kommen.

Auch der Zeitungsartikel Extasy-Sucht: "Ich habe mich richtig dumm gefühlt“ von Elke Spanner zeigt die Folgen der Droge MDMA im Gehirn und Gedächtnis. Oft wird über die Frage diskutiert ob Extasy das Gehirn kaputt und weich macht. In dem Zeitungsartikel geht es um einen ehemaligen MDMA Abhängigen, Jörg Berger, der in seiner Jugend täglich Extasy konsumiert hat und beim Studium extreme Lernschwierigkeiten bekommen hat. Nachdem er seine Drogenprobleme erkannte, ging er mit 21 Jahren zur Beratung in die Drogenambulanz der Hamburger Uniklinik, um seine Sucht zu bekämpfen. Jörg war immer ein guter Schüler, jedoch funktionierte nach seinem langjährigen Drogenkonsum sein Gehirn nicht mehr wie gewollt. "Ich konnte eine Seite 28-mal lesen und wusste anschließend einfach nicht mehr, was da stand", erzählt Jörg fassungslos. Wissenschaftler vermuten schon lange, dass die Partydroge das Gedächtnis schädigen kann. Bei 50 bis 59 Prozent aller Jugendlichen, die über einen längeren Zeitraum regelmäßig Extasy nahmen, haben die Forscher Probleme bei der Wortfindung, der Aufnahme neuen Lernstoffes und zeitlichen Einordnung von Ereignissen diagnostiziert.

Störungen zeigten sich vor allem im sogenannten Verbalgedächtnis: Am Ende einer Buchseite wussten viele Jugendliche nicht mehr, was sie am Anfang gelesen hatten. Das heißt, dass diese Jugendlichen in ihrer Leistungsfähigkeit, die sie für Schule oder Ausbildung brauchen, stark beeinträchtigt sein können. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Konsum der Partydroge Extasy nicht ungefährlich ist, da es zu Nebenwirkungen kommen kann (psychische und physische) und Langzeitfolgen auftreten können.