Die Geschichte von LSD

LSD

Das LSD-25 (Diäthylamid der d-Lysergsäure) wurde erstmals 1938 von Albert Hofmann in den chemisch-pharmazeutischen Laboratorien der Firma Santo in Basel synthetisch hergestellt. Wie der Name verrät, war es die fünfundzwanzigste Zusammensetzung in einer systematischen Studie über Amine der Lysergsäure. LSD ist ein halbsynthetisches chemisches Erzeugnis. Sein natürlicher Bestandteil ist die Lysergsäure, die den Grundstoff der wichtigsten Mutterkorn-Alkaloide bildet; im Laboratorium wird die Diäthylamid-Gruppe hinzugefügt. Nach Stoll, Hofmann und Trommler (98) hat LSD die folgende chemische Zusammensetzung.

Für verschiedene Mutterkorn-Alkaloide gibt es in der Medizin wichtige Anwendungen, da sie die Gebärmutter kontrahieren, Nachgeburtsblutungen stillen und migräneartige Kopfschmerzen lindern können. In der Sanduz-Studie über die Mutterkorn-Derivate ging es darum, die Zusammensetzungen mit den besten therapeutischen Eigenschaften und den geringsten Nebenwirkungen herauszufinden. Nachdem des LDS zusammengesetzt worden war, wird es von Professor Ernst Rothlin (88) pharmakologisch untersucht. Es zeigte eine merkliche gebärmutterkontrahierende Wirkung und rief bei manchen Versuchstieren Unruhe hervor. Damals erschienen diese Wirkungen als nicht so interessant, dass man sie näher untersucht hätte. Auf die Besonderheiten der neuen Substanz wurden die Forscher durch eine Reihe von Ereignissen aufmerksam, in denen der Zufall eine Rolle spielte. 1943 sichtete Albert Hofmann von neuem die Ergebnisse der ersten pharmakologischen Versuche mit LSD-25 und beschloB, dessen stimulierende Wirkungen auf das Zentral-nervensystem näher zu untersuchen, die sich in den Tierexperimenten gezeigt hatten. Wegen seiner strukturellen Ähnlichkeit mit dem kreislaufanregenden Nikethamid schien LSD als Analeptikum vielversprechend zu sein. In dem Gefühl, daß es sich lohnen würde, gründlichere Studien mit dieser Substanz vorzunehmen, beschloss Hofmann, eine neue Probe herzustellen. Doch selbst mit den raffiniertesten Tierversuchen wären die psychedelischen Wirkungen des LSD nicht zu entdecken gewesen, denn solche spezifisch menschlichen Reaktionen lassen sich nach Befunden an Tieren allein nicht vorhersehen. Ein Laborzufall kam dem Forscher zu Hilfe; und durch eine Laune des Schicksals wurde Albert Hofmann zur unfreiwilligen Versuchsperson in einem der faszinierendsten und folgenreichsten Experimente in der Geschichte der Wissenschaft. Als er an der Synthese der neuen Probe arbeitete, kam es beim Reinigen der Kondensationsprodukte zu einer versehentlichen Intoxikation. Das Folgende ist Hofmanns eigene Beschreibung der Wahrnehmungs- und Gefühlsveränderungen, die er daraufthin erlebte (88): Vergangenen Freitag, 16. April 1943, musste ich mitten im Nachmittag meine Arbeit im Laboratorium unterbrechen und mich nach Hause begeben, da ich von einer merkwürdigen Unruhe, verbunden mit einem leichten Schwindelgefühl, befallen wurde. Zu Hause legte ich mich nieder und versank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durch eine äußerst angeregte Phantasie kennzeichnete. Im Dämmerzustand bei geschlossenen Augen (das Tageslicht empfand ich als unangenehm grell) drangen ununterbrochen phantastische Bilder von außerordentlicher Plastizität und mit intensivem, kaleidoskopartigem Farbenspiel auf mich ein. Nach etwa zwei Stunden verflüchtigte sich dieser Zustand. Nachdem er die normale Bewußtseinsverfassung wiedererlangt hatte, vermutete Hofmann, eine zufällige Intoxikation durch die Substanz, mit der er arbeitete, erlitten zu haben. Unverständlich blieb ihm jedoch, wie das LSD in einer Menge, die solche Erscheinungen hervorrufen konnte, in seinen Körper gelangt sein sollte. Auch die Art der Wirkungen irritierte ihn, denn sie waren anders als die bei Mutterkorn-Vergiftungen auftretenden. Drei Tage später unternahm er einen Selbstversuch mit einer abgemessenen Menge LSD, um seine Vermutungen wissenschaftlich zu prüfen. Vorsichtigerweise nahm er nur 250 Mikrogramm ein, was er nach Maßgabe der bei den anderen Mutterkorn-Alkaloiden üblichen Dosierungen für eine winzige Menge hielt. Er konnte damals nicht wissen, daß er mit der stärksten psychoaktiven Droge experimentierte, die uns Menschen bekannt ist. Die Dosis, die er ohnebesondere Vorbereitung und ohne irgendein Wissen von psychedelischen Zuständen einnahm, würde man heute als eine hohe Dosis betrachten; in der LSD-Literatur hat man dies eine einmalige überwältigende Dosis genannt. Wird sie in der klinische verabreicht, so gehen ihr viele Stujien vorbereitender Psychotherapie voraus, und es bedarf eines geschulten erfahrenen Beisitzers, der allen Komplikationen, die dabei auftreten können, gewachsen ist. Etwa vierzig Minuten nach der Einnahme bemerkte Hofmann ähnliche Erscheinungen wie beim vorigen Mal. Sein Vorhaben, den Verlauf des Experimentes zu protokollieren, erwies sich bald als unausführbar. Das Folgende ist ein Auszug aus einem Bericht, den er später schrieb (88); 17.00 Beginnender Schwindel, Angstgefühl. Sehstörungen. Lähmungen, Lachreiz. Die letzten Worte konnte ich nur noch mit großer Mühe niederschreiben... Ich konnte nur noch mit größter Anstrengung verständlich sprechen und bat meine Laborantin, die über den Selbstversuch orientiert war, mich nach Hause zu begleiten. Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad...nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren. Schließlich doch noch heil zu Hause angelangt, war ich gerade noch fähig, meine Begleiterin zu bitten, unseren Hausarzt anzurufen

LSD

Die Wirkung von LSD

LSDWirkung
Körperliche Symptome:
  • Kältegefühl
  • Erhöhte Temperatur
  • Pupillenerweiterung
  • Erhöhung von Puls und Blutdruck
  • Übelkeit und Brechreiz
  • Schwindelgefühle
  • Schweißausbrüche

LSD ist eine sehr stark halluzinativ wirkende Droge, die eine ähnliche Wirkung hat wie Meskalin, hat aber im Gegesatz zu Meskalin eine fünf- bis zehntausendfach stärkere Wirkung. Bis heute ist nicht einmal ansatzweise bekannt, wie genau LSD wirklich wirkt. Tatsache aber ist, dass nicht LSD selbst die Halluzinationen auslöst. LSD setzt lediglich einige neurophysische, biochemische und psychische Reaktionen im Gehirn in Gang, die die Halluzinationen auslösen. Denn selbst wenn kein LSD mehr im Körper vorhanden ist, laufen die Halluzinationen weiter ab.

Vermutlich werden durch LSD im Gehirn verschiedene, eigentlich logisch getrennte Hirnareale miteinander verknüpft. Diese Verknüpfung ist bedingt durch die stark erhöhte Aktivität der Synapsen, was wiederum durch eine erhöhte Serotoninausschüttung verursacht wird. Die Erhöhung der Serotoninausschüttung führt außerdem zum fast gänzlichen Wegfall geistiger Filtermechanismen. Dadurch ensteht eine unglaubliche Informationsflut, die auf den Konsumenten einstürzt.

Außerdem wird die Leitfähigkeit der Nerven erhöht, wodurch die schnelleren, aber auch inkonsistenteren Gedankengänge entstehen.Ein LSD-Rausch hält in der Regel 6–12 Stunden an und ist sehr schwer steuerbar und äußerst an- strengend. Zu Beginn des Rausches tritt ein leichtes Schwindelgefühl auf, teilweise auch Übelkeit. Während des LSD-Rausches sind die Pupillen erweitert, weshalb viele Konsumenten das grelle Tageslicht meiden.

Die Folgen von LSD

lSDFolgen

Giftigkeit/Gesundheitsschäden

LSD weist nur eine schwache Toxizität auf, das Verhältnis von Wirkdosis zu tödlicher Dosis liegt bei ca. 1:1000. Bei Alkohol und Nikotin liegt dieser Wert bei 1:8. Der Konsument riskiert allerdings Gesundheitsschäden durch Stoffe, die dieser Droge beigemischt sein können.

Abhängigkeit

LSD verursacht keine körperliche Abhängigkeit, denn beim Absetzen der Droge treten keine Entzugserscheinungen wie zum Beispiel bei Alkoholabhängigkeit auf, allerdings besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit, gekennzeichnet durch innere Unruhe, zum Teil auch ängstliche Erregung.Allerdings birgt diese Droge ein Überdosierungsrisiko, da die Toleranzbildung sich rasch auf und ab bewegt. Mit Toleranzbildung beschreibt man die Gewöhnung an einen Wirkstoff. Bei chronischem Konsum tritt innerhalb 3-4 Tagen eine Toleranz auf, die sich innerhalb 4-7 Tagen wieder zurückbildet. Möchte man die Wirkung vom Vortag erreichen, muss man mindestens ein Zweifaches der vorherigen Dosis konsumieren. Die Toleranzbildung hängt vermutlich mit einer Herabregulierung von Serotonin - Rezeptoren zusammen, da LSD Affinität zu fast allen Serotonin - Rezeptoren besitzt und es daher auch bei Einnahme Ausschüttungen dieses Neurotransmitters hemmt.